mit gummifisch auf zander

Spinnfischen auf Zander

"Sektion
Wassersport"
Woelfe

Klirrende Kälte mit Temperaturen weit unter dem Gefrierpunkt, dazu noch eisiger Ostwind.

Das waren die Bedingungen die wir an diesem Februartag vorfanden und mit denen wir zurecht kommen mussten. Nichtsdestotrotz packten wir die Sachen zusammen und fuhren los. Die ganzen Wochen zuvor waren wir bei diesen Extremen unterwegs gewesen und haben uns längst an dieses Martyrium gewöhnt. Den ganzen Winter machten wir uns schon Gedanken, wie man das lästige Problem mit den vereisten Ringen in den Griff bekommen könnte. Im Internet fleißig Recherche betrieben doch war bislang noch kein probates Mittel gefunden was uns im Kampf gegen die Naturgewalten den Rücken stärkt. Das Thermometer fiel an diesem Tag bis auf -11° in den Keller und der kalte Wind ließ die gefühlte Temperatur noch einmal um ein vielfaches eisiger erscheinen. Diverse Rollen hatten wir zuvor schon austauschen müssen weil sie diesen Bedingungen nicht stand hielten. Unsere eigentlichen Zander-Ruten lagen mit Ihnen längst in sicherer Entfernung zum Ufer gut aufbewahrt. Die Filigranen Stöckchen und deren 9+1 Beringung waren für diese Schnee-Manöver eher weniger bis überhaupt gar nicht zu gebrauchen. Und dass es wirklich ernst war, konnte man daran erkennen dass ich den alten Kriegsveteranen die "UBS Spezial" Rekrutierte. Mit der "alten Ratte" erhoffte ich mir einen größeren Abstand zwischen den "Zwangspausen" zu ergaunern. Die große Beringung sollte später im Einsatz Ihre ganzen Vorteile ausspielen. So konnte ich wie erhofft eine leichte Verbesserung erzielen, doch schaffte das alte Stück auch keine Quantensprünge. Maximal 4-6 Würfe blieben mir bis das Eis die Ringe oder das Schnurlaufröllchen zum erliegen brachte. Es war Nerven zerreibend, aber die Fische waren zu aktiv und bissen einfach zu gut um es sich zu hause auf der warmen Couch gemütlich zu machen. Schon seit mehreren Wochen gab es keinen einzigen Schneidertag mehr und wir waren täglich am Wasser.

Schon nach wenigen würfen stieg der erste Fisch auf einen Low-Action Shad ein und eröffnete den Beiss-Marathon. Das Original der Zanderkant Kauli in Klar-Glitter machte den Anfang.

Kombiniert mit einem 10 gr. Jighaken der grösse 2/0 eine äußerst zuverlässige Kombination. Rundkopf Jigs sind vielseitig und für jede Situation geeignet. Ob im Stillwasser, an der Strömungskante sind alle Einsatzgebiete lückenlos abgedeckt. Zudem verfügt er über die besten Wurfeigenschaften und liegt kompakt am aufgezogenen Gummifisch an. Selbst an Hängerreichen Stellen wie beispielsweise einer Steinpackung ist er dem Erie-Jig klar überlegen, denn dieser verkantet sich durch seine eckige Form schneller zwischen den Steinen wie sein Runder Mitbewerber.

Zander aus dem Duisburger Hafen mit Gummifisch und Jigkopf auf zander
Zander aus dem Rhein
unter
Feinden
Schwerkraft
Ueberdauern

Eingepackt wie Beduinen schützten wir uns vor dem dauernden Eiswind. Der Drang nach Fisch war groß und die unzähligen Attacken legten sich wie ein warmer Schleier über unsere Sinne. Im Rausch der Bisse beraubten wir der Eiseskälte ihrer selbst und fischten munter weiter.

Bei meinem Angelkollegen lief es auch nicht gerade schlechter, auch er konnte nach einer vorhergegangenen Fehlattacke sofort mit Fisch nachlegen. Selten vergingen mehrere Minuten ohne Fischkontakt.

Es herrschte mal wieder

 

 Ausnahmezustand in "Zandertown"

 

und wir angelten uns den "Frost" von der Seele.

Zander angeln vom ufer
nachts auf zander
nachts am rhein mit dem Gummifisch auf zander

Ich wechselte auf einen Action Shad, den Salt Shaker von Lunker City in der Farbe "Golden Shiner" um zu seh´n ob unterschiedliche Reaktionen auf das Laufverhalten zu beobachten sind. Doch auch eine aktivere Köderpräsentation hielt die wilden Räuber nicht von den Attacken ab und so passten selbst stark flankende Gummis zu 100% in das Beuteschema der Nachtkatzen und bescherte mir in kürzester Zeit gleich mehrere Fische. Die Absinkphase sollte mit diesem Gummi noch einmal verlangsamt werden um die größeren und langsameren Fische zu überzeugen.

Motivation

Bis hierhin hatten wir schon ein gutes Dutzend zusammen, ein paar Fehlattacken und Aussteiger gab´s auch noch.  An´s aufhören verschwendeten wir jedoch keinen einzigen Gedanken und machten stattdessen hochkonzentriert weiter.

"Zuviel ist nicht genug"

und mit jedem weiteren Fisch stieg der Ansporn und die Motivation noch einmal an.

Zwischendurch machten wir eine kurze Pause und gönnten uns einen heißen Schluck Kaffee, flo griff als Bekennender Koffein-Allergieker dann eher zu einer Tasse Selbstgebrautes, der Zaubertrank sollte Ihn im Kampf gegen die Eiseskälte weiterhin tatkräftig zur Seite steh´n und Ihn nach vorne peitschen.

im duisburger hafen auf zander
Jiggen und faullenzen auf zander

Und dann war es soweit und die Geschichte nahm ihren Lauf...

 

 

Erneut warf ich aus, klappte den Bügel um und legte den Finger in die Schnur um den Kontakt zum Köder herzustellen. Die Schnur "knickte" ein und das Gummi erreichte den Gewässergrund. Ich fing an den ersten Sprung zu machen und legte den Finger erneut in die Schnur. In der Absinkphase bemerkte ich dann eine kleine Unterbrechung und schlug sofort an. Keine Kopfschläge sondern starker Widerstand der eher an einen Hänger erinnerte als an einen Fisch. Nach kurzem Überlegen übte ich dann mehr Druck auf die Rute aus und der Hänger begann sich allmählich zu bewegen. Ich öffnete leicht die Bremse und bereitete mich auf einen wilden Fluchtversuch vor. Rute und Rolle gaben plötzlich seltsame Geräusche von sich, ich bekam es mit der Angst zu tun und hoffte das der Fisch nicht stärker sei wie das schwächste Glied in meiner Kette.

 

"Ich wusste nicht wie viel man einer Schnur zumuten kann, die durch permanente Eisbildung in den Laufringen nicht gerade an Tragkraft gewinnt."

 

Eine Ewigkeit verging bis wir das erste mal eine riesige weiße Flanke und die reflektierenden Katzenaugen eines wahren Zander-Riesen im Spot-light unserer Kopflampen einfingen.

Was für ein Anblick!

Sofort wussten wir, dass dieser Fisch die Magische Schallmauer durchbrechen wird und das dies mein größter Zander sein würde den ich je gefangen habe. Jetzt mussten wir die Nerven behalten und das Ding noch sicher "nach hause" fahren. Ich zweifelte jedoch keinen einzigen Moment an den Fähigkeiten meines Kompagnons, der in der Vergangenheit schon des öfteren bewiesen hat, dass man sich in solchen Situationen voll auf Ihn verlassen kann. Und so ließ er mich auch diesmal wieder nicht im Stich und stand mir bei der Landung treu zur Seite. Ein beherzter Kiemengriff sicherte uns schließlich den Triumph und diesen wahren Zander-Gigant.

Made in
Duisport
Zander im Duisburger Hafen
Hoffnung
in der

In der Vergangenheit haben sich bereits ähnlich feine Bisse während der Absinkphase als große Überraschung entpuppt und somit war man gewarnt bei jedem noch so dünnem schubser sofort den Anhieb zu setzen. Das bekannte "Tock" was den Zander so unverkennbar und unverwechselbar macht, blieb bei den meisten großen Exemplaren aus. Lieber 4 x zu oft quittieren, als einmal zu wenig. Dieses "Mutterschiff" beendete unseren frostigen Ausflug und würdigte das Engagement mit einem traumhaften Abspann.

kapitaler Zander auf Gummifisch
Meterzander aus Duisburg am Rhein
Nachts auf Zander

Was für ein Schwert. Für einen kurzen Moment fehlten mir die Worte.

Der Fisch meines Lebens und die magische Schallmauer von 100cm  war an diesem Tag durchbrochen. Ich war Stolz und überglücklich, dies war anscheinend der Lohn für jahrelangen Fleiß und unzählige Stunden die ich bis dahin am Wasser verbracht hatte. An dieser stelle möchte ich flo für seine Tatkräftige Unterstützung und seinen Sportlichen Geist bedanken.

Ich hoffe dass ich ihm eines Tages diese Erfahrung zurück geben darf und mich genauso mit ihm freuen kann wie er es getan hat. Glück ist das einzige das sich verdoppelt wenn man es teilt!

"Pflanz' dich hinauf, ein ewiger Weg - und du wirst niemals sterben".

Für weitere Informationen erreichen Sie mich unter  +49 (0) 173-3268622  oder schreiben Sie eine Email an info@zanderfront.de

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